Tourtagebuch - MPS Hohenwestedt

Yaay, das erste Open Air Festival und damit gleichzeitig das erste MPS in diesem Jahr.
Ich freue mich riesig auf die Saison und fahre, zusammen mit Natasha (die Dame am Cello), mit dem RE von Berlin nach Wittenberge um dort von Kai, dem Herrn auf der Cajon, eingesammelt zu werden, um dann weiter mit dem inoffiziellen Bandbus nach Hohenwestedt zu fahren.
Das Wetter ist wie die Musik im Radio: geht so.

Die Posts und Nachrichten von Freunden auf Facebook und dem Handy triefen nur so. Alle reden sie von zu viel Wasser, das schon die letzten beiden Festivaltage vom Himmel fällt und von Eiseskälte, die selbst den dicksten Schafsfellen einiges abverlangt. Aber nichtsdestotrotz sind wir alle hochmotiviert und freuen uns auf die Saisoneröffnung. 

Die Autobahn ist schön leer und wir kommen in nur 3 Stunden in Aukrug bei unserem Hotel an. Erst mal was essen. Nachdem wir festgestellt haben, dass in Hanssens Gasthof neben den, nicht nur sprichwörtlich ausgezeichneten Bratkartoffeln, auch so ziemlich alles andere lecker ist (was neben dem Essen auch für das goldbraune Duckstein vom Faß gilt), beschließen wir, vollgefressen wie wir sind, die dicken Bäuche noch aufs Marktgelände zu wuchten und die gerade angereicherten Kalorien vor dem Schlafengehen noch ein wenig abzureichern.

Dort stellen wir dann fest: Jib, es ist sau kalt!
Zum Glück verschont uns wenigstens der Regen.

Nach mehr und auch minder guten Nächten, erste Nacht in fremden Betten und so, machen wir uns morgens auf Richtung Gelände. Die Hallo-Runde dauert, da erstes MPS des Jahres und ja auch die letzten Jahre nur sehr rar dort gewesen, dementsprechend lange. Dumm nur das Kai zu just dieser Runde sein Handy im Backstage liegen gelassen hat.
Kathi, seine Freundin, die eigentlich einen Freund in Hamburg besuchen fahren wollte, steht nämlich derweil mit oben genanntem Semi-Bandbus, quer vor allen Kassen, blockiert die Einfahrt zum MPS und kann daran, aufgrund von spontan kaputter Kupplung, auch leider nichts ändern.
Zum Glück finden sich ein Paar starke Männer, die das Auto immerhin in die nächste Parkbucht schieben können.

Eine ganze Stunde (und die Hälfte Hallo-Runde) später, treffe ich auf einen alten Freund, der mir mitteilt, dass mich eine schöne, rothaarige Dame sucht. Als ich frage, was diese denn von mir wolle, teilt er mir mit, dass sie irgendwas von Hunger, einem Crépe und einem kaputten Auto sagte. Scheisse. Jetzt ist uns allen klar um wen es sich bei dieser Dame handelt.

Wiederum eine halbe Stunde später stehen wir alle (immer noch ohne Crépe) am jetzt wohl nicht mal mehr Pseudo-Band-Bus und warten auf den ADAC.
Dieser kommt in Form eines Mannes namens Pascal (von der Helmut Bachmann KG), mit einem dermaßen breiten nordischen Akzent, dass spätestens jetzt alle Zweifel beseitigt sind wo wir uns hier befinden. Gleichzeitig werden alle Zweifel, die wir je am ADAC hätten äußern können beseitigt, denn der gute Mann ist dermaßen hilfsbereit und entgegenkommend, dass wir noch am selben Abend, pünktlich nach unserem letzten Konzert, von einem Pick-Up-Wagen abgeholt werden, unser Auto (mitsamt Equipment) einfach aufgeladen und wir alle zusammen bis nach Berlin gefahren werden. Denn die "nächste Werkstatt", wie es in den ADAC-Regeln steht, sei nun mal "leider" dort.
Vielen herzlichen Dank hier noch einmal im Namen der ganzen Band! Ein wahrer gelber Engel!

Mit "alle" meine ich übrigens die Band und Kati, denn ich befinde mich auf der Fahrt nach Hamburg.
Wenn man denn bei 3 Kilometern in einer halben Stunde von "Fahrt" überhaupt sprechen kann, denn wir stehen im Stau. Eine gute Bekannte vom MPS (danke dir Nadine!), hat mich spontan mit nach Hamburg genommen. Ich fliege nämlich morgen früh direkt weiter nach München zum Dreh des Fantasy-Kurz-Films "Rabensang", in dem ich in den nächsten zwei Wochen die Rolle des Barden "Kajo" übernehmen werde. Darauf bin ich mindestens so gespannt, wie aufs erste MPS des Jahres.

Immerhin soll das Wetter in Bayern besser sein...

 

 

 

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