Reiseblog

2013 Vietnam

Tag 15

Auch wenn die Schneider in Hoi An teilweise maßgeschneiderte Anzüge in unter 2 Stunden speedschneidern, dürfen sie sich für unsere Klamotten doch gerne ein wenig mehr Zeit nehmen. Wir nehmen uns just diese nämlich auch und machen heute noch einen kleinen Abstecher nach My Son, einem der ältestens Cham-Tempel des Landes.

Als ein großer grüner Bus vor der Tür unseres Hotels hält, steuern wir flugs auf diesen zu, doch ein Vietnamese hält uns auf und schickt uns zu einem kleinen 9 Sitzer. Hm, na gut, wird schon stimmen. Wir grasen mit diesem noch 2 weitere Hotels ab, bis der Bus (mal wieder) mit 2 Leuten mehr als Sitze vorhanden sind überladen ist, und begeben uns auf den Weg gen Tempel. Nach ungefähr einer halben Stunde hält unser Kleinbus mitten auf der Straße an und wir müssen umsteigen. In einen großen grünen Bus… Nun ja, das hätten wir auch einfacher haben können, aber hey… ich stelle mir in solcherlei Situationen einfach keine Fragen mehr.

Wir betreten die Tempelanlage (nicht ohne vorher noch einen halbstündigen Stopp in dessen Souvenierladen gemacht zu haben) und bekommen reichlich Informationen zu den einzelnen Gebäuden und der Symbole, durch unseren Guide. So erklärt er zum Beispiel, dass dies die einzige halbwegs erhaltene Cham-Anlage mit nur einem Turm ist. Alle anderen Anlagen, die man heute noch besichtigen kann weisen das typische Cham-Merkmal der drei Türme auf. Die Anlage auf der wir uns befinden, ist die älteste Tempelanlage des Landes. Leider wurde diese, wie viele andere auch, im Vietnamkrieg durch amerikanische Bombardements fast vollständig zerstört. Mit ein wenig Phantasie, kann man sich aber durchaus vorstellen, was für ein unglaublich prachtvoller Ort dies einst gewesen sein muss.

Nach der Rückkehr zu unserem kleinen Schneiderstädtchen, machen wir uns auf zur ersten Anprobe unserer neuen Klamotten. Mit diesen Anproben ist fast der gesamte Abend wieder verplant. Hier noch ein wenig den Ärmel länger, dort eine Hose schmälern, die Weste sitzt noch nicht fest genug, etc. pp.

Eigentlich war geplant heute Abend den Nachtbus nach Nha Trang zu nehmen, aber schon nach der Hälfte der Anproben ist klar: Das können wir vergessen. Also lassen wir uns richtig schön Zeit und gehen mit jeder Schneiderin noch mal so richtig schön ins Detail. Die Sachen sollen ja auch sitzen. Wenn schon maßgeschneidert, dann auch richtig.

 

Zum Abendessen suchen wir uns ein kleines Straßenlokal. Ein Schild vor dem Lokal machte uns neugierig, hier soll es frisches Bier für 4000 Dong/Glas (ungefähr 15 Cent!) geben. Boris Essen ist okay (Phó). Ich bestelle einen Burger und lasse sowohl die zugehörigen Pommes, als auch einen Teil des Burgers freiwillig auf dem Teller… uaaah. Naja, zumindest ist das Bier günstig. Zu sagen es wäre gut, wäre aber auch hier übertrieben.

Nach dem Abendessen gibt es bei eiigen wenigen Schneidern noch eine weitere Anprobe. Als auch diese abgeschlossen ist (und die ersten erbeuteten Sachen im Hotel verstaut sind), machen wir uns noch auf ins Nachtleben von Hoi An. Wir entdecken eine schöne Bar mit einem Billiardtisch im hinteren Bereich und belagern diesen auch sofort. Nach mehreren Runden (Boris verliert zwar erneut, es ist aber um einiges knapper als bei unserer letzten Partie), klingt sich ein junger Vietnamese mit in unser Spiel ein, der sich als Ortsansässiger herausstellt. Schön mal ein Paar Hinterggrundinfos zu kriegen. So ist das Geschäft der Schneider, inklusive der Preise, den „normalen“ Leuten im Dorf genau so uneinsichtig wie uns, den Touristen.

Nach einigen weiteren Runden Billiard, geben wir den Tisch ab an ein Paar Holländer und kommen auch mit diesen schnell ins Gespräch. Da Boris müde ist und zurück ins Hotel aufbricht, beschliesse ich, mich kurzerhand den Holländern anzuschliessen und mit ihnen weiter um die Häuser zu ziehen. Wir landen in der „Why not Bar“, eine Bar die es in jedem Ort hier in Vietnam zu geben scheint, die aber, wie ich herausgefunden habe, trotzdem keine Kette ist. Diese Version ist sehr klein. Trotzdem steht mitten in dem kleinen Raum ein Billiardtisch. So, dass man rechts, sowie links, nicht zu zweit an diesem vorbei gehen kann. Das ist aber auch gar nicht nötig, es wird nämlich daran vorbei, sondern einfach mitten darüber gegangen. Der Tisch ist einfach mit einer Plane abgedeckt und zur Tanzfläche umfunktioniert. Mir solls recht sein, Billiard habe ich heute schließlich schon genug gespielt.

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