Reiseblog

2013 Vietnam

Tag 14

Booooooah! Einkaufen kann sooo aaaanstrengend sein!
Unser heutiger Tag bestand zu 99% aus Shopping. Sowohl Boris als auch ich, haben viel (sehr viel) mehr gekauft als wir a) ursprünglich wollten und b) als in unsere Rucksäcke überhaupt rein passt.

Zwei neue Jacken (davon eine, eine Lederjacke aus hellem Rindsleder), einen Anzug aus Kaschmir, bestehend aus Hemd, Hose, Weste und Jackett, letzteres gefüttert mit Brokat, einen Wintermantel (ebenfalls gefüttert mit Brokat), ein Paar Flip-Flops, zwei Hüte und eine Wollhose. Selbstverständlich alles maßgeschneidert (ja, auch die Flip Flops), teils selbst erstellt und noch zeichnen lassen für insgesamt (alles zusammen!!) unter 400€. Also ganz ehrlich, in Deutschland hätte ich nur für eine ähnliche Lederjacke von der Stange schon das doppelte bezahlt, vom Anzug ganz zu schweigen… Da packt einen halt selbst als Mann der Kaufrausch, da MUSS man doch einfach zuschlagen.

 

Wir treiben uns den ganzen Tag in diversen Shops herum, feilschen, lassen uns vermessen, feilschen erneut, lassen uns weiter vermessen, lachen, quatschen und flirten um die Wette. Der ganze liebe lange Tag besteht vom Frühstück bis zur Dunkelheit nur aus Shopping.

Die Schneiderinnen sind, wie alle Menschen denen man hier begegnet unglaublich lieb. Flirten mit uns, kneifen uns beim Vermessen in den Po und feixen über dessen Knackigkeit und lachen viel. Wir, angesteckt durch so viel Ausgelassenheit ebenfalls.

Als wir uns in der Mittagszeit, schon ordentlich fertig von den ganzen harten Verhandlungen, vor einem Monsunregen retten und uns in einer kleinen Schneiderstube auf die Treppen niederlassen, werden wir prompt von der Inhaberin angesprochen. „One Dollar for sitting“. Nachdem sie den gleichen Spruch auch noch zu Boris sagt, hätte ich um ein Haar wirklich an die Ernsthaftigkeit der Aussage gegalubt. Doch kurz darauf lächelt sie, bittet uns herein und weist uns an, uns an den Tisch zu setzen. Wir tun wie geheissen und bekommen kurze zeit später gesalzenen Reis und eine Suppe serviert. ….Ähh, häh? Wollte die gute Dame nicht gerade noch von uns einen Dollar fürs Rumsitzen haben…? Naja, egal. Wir lassen es uns schmecken und unterhalten uns dabei ein wenig mit den freundlichen Gastgebern.

Als Boris nach unserem Mal sich allerdings ein Hemd anfertigen lassen möchte und nach dem Preis fragt, wird ihre Miene plötzlich ernst. Sie verweigert partout jede Aussage und sagt einfach nur, dass es zu teuer sei. Sie möchte einfach nicht, dass jemand von uns nun aus Dankbarkeit bei ihr einkauft. Auch als Boris ihr zu erklären versucht, dass er einfach tatsächlich noch ein Hemd braucht, bleibt sie eisern. Nein, das Essen war selbstverständlich, das gehört sich so und wenn wir nun bei ihr einkaufen würden, hätte sie das Gefühl, dass wir das nur machen, weil sie uns zum Essen eingeladen hat.

Man, so etwas würde einem in Deutschland garantiert nie passieren. Die Menschen hier sind einfach von einem komplett anderen Schlag. Unglaublich hilfsbereit, freundlich und herzlich. Die aller meissten, selbst die, die einem für ein Appel und ein Ei irgendwelchen Tand verkaufen möchten, lachen und unterhalten sich mit einem, auch wenn sie genau wissen, dass man nichts kaufen wird. Das ist schon wirklich bemerkenswert.

 

Abends suchen wir uns, völlig durch, ein kleines niedlichen Straßenrastaurant und lassen uns von Einheimischen aus der Lokalküche verwöhnen. Herrlich, endlich wieder vernünftiges Essen. Es gibt Cevapcici artige Fleischspieße, die man sich allerdings aus Reispapier selbst zusammenstellen muss, klassisch Frühlingsrollen und als Hauptspeise eine Suppe, die hier lokal nicht Phó, sondern Ban genannt wird. Sehr lecker.

Satt und glücklich schlurfen wir an diesem Abend nur noch in unser Hotel und schlafen den Schlaf der Gerechten. Endlich mal wieder nicht früh aufstehen müssen, nicht beim Versuch des Schlafens durchgeschüttelt werden, und nicht erst mitten in der Nacht ins Bett kommen…

Herrlich im Urlaub!



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