Reiseblog

2013-2014 Südamerika

27.11. - 02.12.2013 (Buenos Aires)

...endlich wieder unterwegs...

Dieses Mal führt mich mein Weg nach Südamerika.
Ursprünglich wollte ich in Bogotá beginnen und dann über Kolumbien, Ecuador, Peru und Chile nach Feuerland. Klingt erst mal super, leider hatte ich aber nicht bedacht, dass ich dann genau in der Regenzeit in Venezuela ankommen und auch noch genau mit dieser gleichzeitig gen Süden reisen würde. Zum Glück habe ich das noch früh genug bemerkt...

Also starte ich am anderen Ende, in Argentinien. Buenos Aires ist gigantisch. Die ersten paar Tage habe ich damit verbracht die Gegend um mein Hostel zu Fuß zu erkunden. Es gibt gefühlte tausend Buslinien, wobei die gleiche Linie nicht immer auch denselben Zielort hat. Sprich, man muss immer auf die Anzeige schauen, oder den Fahrer fragen, um wirklich sicher zu sein, ob der Bus auch dahin fährt, wo man gerne hin möchte.

Buenos Aires bietet einfach alles. Interessante Architektur, eine sehr interessante Stadtentwicklung (wo hat man es sonst schon, dass ein kompletter Fluss umgeleitet wurde, um die Stadt um ganze zwei Kilometer für neue Wohnsiedlungen und einen Hafen zu erweitern), tolle Museen und Kunstausstellungen, ein fantastisches Nachtleben, bunte Märkte mit einzigartigem Kunsthandwerk, grandiose Restaurants, kurz: Alles was eine Großstadt interessant macht.

Dank der Schachbrettanordnung der Straßen (wie in New York), ist die Orientierung sehr einfach. Beim Bummel durch die Stadt trifft man immer wieder auf architektonische Meisterwerke, die manchmal nicht mal in den Reiseführern aufgelistet sind. Gerade auf dem Weg zur nächsten Subte- (Metro) -Station, bin ich gestern auf dieses außergewöhnliche Gebäude gestoßen, von dem ich immer noch nicht weiss, was genau es eigentlich beherbergt.

BILD FOLGT

Perfekt für Reisende, die Interesse daran haben Spanisch zu lernen, sind die vielen mehr oder weniger gut und mehr oder weniger offiziellen Sprachtreffen in diversen Bars der Stadt (Tandem, Mundo Lingua, ...).
An meinem ersten Abend in Buenos Aires habe ich, auf einem Deutsch-Argentinischen-Treffen Micha, einen deutschen Geigenbauer kennen gelernt. Nach dem Treffen sind wir noch mit einigen porteños (wie die Einwohner von Buenos Aires heissen) um die Häuser gezogen. Das Nachtleben in Buenos Aires ist genau nach meinem Geschmack, denn es startet sehr spät und geht meisst sehr lang. 
Gegen acht, oder neun trifft man sich mit seinen Freunden um gemeinsam zu essen. Danach geht es weiter in eine Bar, bevor man dann gegen zwei, oder drei Uhr morgens in einen Club wechselt. Nach dem Clubbesuch, so zwischen sieben und neun Uhr morgens wird, bevor man sich verabschiedet, oft noch zusammen gefrühstückt.

Noch in derselben Nacht wurde ich von Micha zum Couchsurfen eingeladen, was ich sofort am nächsten Tag auch in die Tat umgesetzt habe. Ich wohne also zur Zeit in San Telmo, einem sehr charmanten Stadtteil mit vielen Bars und Restaurants, in einer sehr netten 4er WG, von Geigenbauern und Medizin-Studenten und habe dort sogar mein eigenes kleines Zimmerchen. Perfekter geht es kaum. Ich wurde eingeladen gerne bis zum Wochenende zu bleiben und an demselben (also dem kommenden Wochenende) den Geburtstag von Claudio, einem WG-Mitglied mit zu feiern. Dit wird bestimmt knorke.

Mein Spanisch lässt noch sehr zu wünschen übrig, aber ich arbeite daran. Das argentinische Spanisch ist ein wenig anders als das "Castellan", welches man in Spanien spricht. Das doppel "L", oder auch "Y", wird nicht wie in Castellan als "J" gesprochen (Majorka, Caje (Strasse), ceboja (Zwiebel)), sondern wie "SH" (Mashorka, Cashe, cebosha). Auch das im spanischen gefühlt am meisten genutzte Wort "vale" (okay/gut - "bale" gesprochen), existiert im argentinischen nicht. Hier sagt man "dale", oder sehr viel häufiger "joya" (hosha gesprochen). Verwirrend und interessant. Bin mal gespannt wie mein Spanisch in ein- zwei Monaten aussieht... Für kleine, einfache Konversationen in der Bar, zum Einkaufen, nach dem Weg fragen und zum Essen und Trinken bestellen reicht es immerhin schon aus (meistens).


Ach ja, ich werde das zwar nicht übersetzen, da es eh keine vernünftige Übersetzung dafür gibt, aber solltet ihr mal auf einen Argentinier, oder eine Argentinierin treffen, grüßt doch einfach mal mit "che boludo" und freut euch auf die Reaktion.

So viel fürs Erste. Ich melde mich noch einmal, bevor ich Buenos Aires verlasse.

Ich sende euch blauen Himmel und viel, viel Sonne, aus dem über dreissig Grad heissen Argentinien.

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