Reiseblog

2013-2014 Südamerika

03.12. - 07.12.2013 (Buenos Aires)

Das mit dem Geld hier ist so eine Sache... Das erste Mal bin ich natürlich sofort in die Nationalbank gerannt und habe meine Euros gegen argentinische Pesos getauscht. Schön ist, dass man immer das Gefühl hat mehr zu bekommen, da der Peso zum Euro im Verhältnis 8:1 steht.

 

7,8 : 1 war mein exakter Wechselkurs. Nur einen Tag später erfuhr ich dann (von zwei Kolumbianern, die ich auf der Straße kennen gelernt habe), dass es einen sogenannten "Blue Dollar" gibt. Der Wechselkurs der Straße wenn man so will. Hier bekommt man gut das Eineinhalbfache. Sprich einen Kurs von 12 : 1.
Und das geht, wie ich rausgefunden habe sogar völlig legal. Habe vorgestern in Mar del Plata einen Deutschen kennen gelernt, der just dieses Verfahren über eine Seite namen "azimo.com" nutzt. Der Wechselkurs dort beträgt 11,8 : 1. Perfekt. Noch mehr Geld für mein Geld.

Aber was nützt einem der schnöde Mammon, wenn man ihn nicht vernünftig investiert. Also lege ich in gutem Essen, Bier und Busfahrten an. Ich finde das ist das vernünftigste was ich tun kann. Ach ja, und natürlich in Helado (Eis). Das argentinische Eis zählt aufgrund der engen Verbindung zu Italien (Stichwort: Kolonien) zu dem besten Eis der Welt. Das musste ich natürlich genauer unter die Lupe nehmen und ja, ich bin beeindruckt, gegen Stracciatella mit 80%igen dunklen Schokoladenstücken (Fingernagel groß, auch wenn der Vetgleich vielleicht eklig ist, jeder weiss was gemeint ist) und Orange mit ganzen(!!!) Erdbeeren drin, stinkt sogar das Eis in Venedig ab.


Eine weitere kulinarische Spezialität in Argentinien und aus dem Alltag schier nicht weg zu denken, ist Mate. Ein bitterer, aromatischer Tee, der in einen spziellen Behälter gegeossen und durch einen Filterstrohhalm getrunken wird. Ich habe mir sofort in der ersten Woche einen Matebecher mit zugehörigem pajilla (so heisst der Strohhalm) gekauft. Ich kannte das Getränk schon von diversen Partys in Berlin und da ich weder Kaffe- noch Energy-Trinker bin, ist Mate DAS Getränk zum wach werden, aber vor allem auch zum Kontakte knüpfen, denn Mate trinkt man selten allein. Egal wo man hier hingeht überall sitzen und stehen Leute mit ihrem Mate und der Termoskanne mit warmen Wasser und an jedem noch so kleinen Kiosk bekommt man sein "aqua caliente" (warmes Wasser) zum nachfüllen. Kurios und lecker.


Heute ist Kultur angesagt.
Ich starte mit einer Führung durch das unglaubliche Teatro Colón. Genau während der Führung an der ich teilgenommen habe (und gerade noch so reingekommen bin, die Gruppe war schon unterwegs), gab es eine Audition einer Opernsängerin im Saal. Weder die Führung davor, noch die danach hatte dieses unverschämte Glück. Wir konnten uns ganze zwei volle Lieder im Hauptsaal des Theaters anhören. Gänsehaut pur und.... DAMN... was für eine Akustik!
Die Führung kann ich nur jedem empfehlen, das sind definitiv gut angelegte 11€.

 


Seit zwei Tagen versuche ich nun auf diesen weltebrühmten Friedhof in Recoletta zu gelangen. Das erste Mal war ich pünktlich da, habe mich aber noch ein paar Stunden auf dem wunderschönen Kunsthandwerkermarkt und einem kleinen Musikfestival rumgetrieben. Ich wollte eigentlich nur auf gutes Licht zum fotografieren warten. Als dann so gegen 17 Uhr die Sonne endlich günstig stand, sagte man mir: "Einlass nur bis 17 Uhr, sorry, du bist 5 Minuten zu spät..." super. Das nächste Mal war ich so lange in der Stadt und mit den Bussen unterwegs, dass ich den EInlass direkterweise verpasst hab. Heute hab ich es nun endlich geschafft und, was soll ich sagen... Der Friedhof ist definitiv einen Besuch wert.


Ein weiteres Highlight in Buenos Aires ist El Zanjón de Grenados. Ein uraltes Haus einer sehr reichen italienischen Familie, in das ein sehr reicher privater Ivestor eigentlich ein Restaurant bauen wollte. Nachdem dieser bei den Bauarbeiten allerdings in den Boden eingestürzt ist und unter dem Haus einen sehr alten Tunnel, sowie Zugänge zu zwei unterirdischen Flüssen gefnden hat, wurde er neugierig und heuerte ein ganzes Team an Archäologen an. Es stellte sich heraus, dass unter dem eigentlichen Haus ein komplettes Tunnelsystem verborgen lag, welches auf sehr eindurcksvolle Weise die Geschichte der Stadt erzählt. Somit ist das Haus kein Restaurant, sondern eines der sehr wenigen privaten Museen des Landes geworden. Der Besitzer ist ein Künstler, mit einem sehr ausgeprägten Sinn fürs Detail. Dieses Haus ist sein Baby, sein Steckenpferd, sein Lebensinhalt und das sieht man wirklich in jedem noch so kleinen Detail dieses fantastischen Museums. Da der Besitzer keinerlei Werbung für sein Museum macht, definitiv ein Geheimtipp, den man aber auf gar keinen Fall verpassen sollte. Dieses Haus zeigt, wie nichts anderes in der Stadt, die belebte Geschichte von Buenos Aires.

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