Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 4

Der Morgen beginnt mit dem Blick aus meinem Dachzelt:

Herrlich. Erst mal diesen wundervollen Tag begrüßen. Ich springe nackt wie Gott mich schuf aus dem Zelt, werfe die Arme in die Höhe und renne mit einem lauten „Hililililililililili“ quer über den Platz. Einfach nur, weil ichs kann.

Die Strecke des heutigen Tages ist mit „nur“ 118km angelegt, allerdings dauern diese „nur“ 118km, aufgrund des Geländes das wir durchqueren müssen, genau so lang, wie unsere 320km am ersten Tag. Als erstes geht es 2 Stunden durch tiefsten Sand. Es folgt eine Stunde durch ein eigentliches Seengebiet, dank der Dürre aber auf den Rändern des Passes entlang, auf dem es an beiden Seiten steil nach unten geht. Danach geht es durch ein Gebiet, welches aufgrund des vielen Gerölls und der Steine nur mit maximal 15kmh durchfahren werden kann. Kurz vor dem anspruchsvollsten Endteil der Route, der uns immer wieder durch 10-15m hohe Abschüsse (und Anstiege) und übelste Achsen-brech-Fallen führt, geht es noch über eine Stunde durch ein trockenes,natürlich vollkommen versandetes Flussbett. Das Ende der Route ist, wie schon angedeutet, extrem anspruchsvoll. Oft sieht man weder wie tief es vor einem herunter geht, noch wie es auf der anderen Seite oben wieder aussieht, oder wann man die Kante des Hügels erreicht. Den Autos und den Fahrern wird alles abverlangt, Highlander übersieht einen der unzählbar vielen großen Steine und bricht sich fast die Querlenkung seines Fahrzeuges. Alea kann zum Glück mit seinem Werkzeug und seinem Know-How das Schlimmste verhindern. Bruder Rectus schafft es in diesem Gelände, die ersten zwei seiner drei Ersatzreifen zu verbrauchen. Afrika live. Ich bin nun den dritten Tag hier und habe noch an keinem Abend in einem ähnlich aussehnden Gebiet, wie am Abend vorher übernachtet. Das Land ist weit und trocken, dennoch sieht man überall Leben. Springböcke, Giraffen, Affen, Gnus, Strauße, Vögel, (Skorpione), Käfer, grüne Büsche, gelbes Gras, rote Bäume, aufgeschichtete Steinmännchen, Blechhütten… Die Vielfalt des Lebens und des Landes ist unglaublich. Ich bin mehr als gespannt was mich und uns noch so alles erwartet.Den Abend lassen wir auf einer von unserer Campsite nicht weit entfernten Lodge bei einem unglaublichen Buffet ausklingen. Oryx, Rind, Lamm, Schwein, Huhn, Strauß, alles was man sich vorstellen kann. Lecker! Wir stürzen uns wie die Hyänen auf das Buffet und lassen es uns gut gehen. Herrlich im Urlaub. Zur Belohnung, dass wir alle brav aufgegessen haben (oder auch einfach nur so, man weiss es nicht) stimmen die Kellner und Küchenkräfte ein Lied nach dem anderen an und man bekommt eine vage Vorstellung von der Kultur dieses Landes. Besonders lustig wird es, als die Kellner ein Lied einstimmen, dessen Refrain klingt wie: Hiller, Hiller, ohhh Hiller. Gisbert scheint im letzten Jahr wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben. Den Absch(l)uss des Tages begehen wir in der direkt ans Restaurant anknüpfenden Bar. Einige Bloody-Maries, Whisky-Colas und Gin Tonics werden hinunter gespült und wir lasen den Tag Revue passieren. Wieder geht ein Tag vorbei und wieder denke ich mir: Was für ein tolles Land.



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