Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 37


Heute steht keiner von uns gerne auf. Wir wissen ganz genau, wenn wir das nächste Mal geschlafen haben (oder es im Flieger zumindest versucht haben), ist es draußen 40 Grad kälter.
Der letzte Anlaufpunkt für uns ist der Holzmarkt in Okahntja. Hier wollen wir unsere letzten namibischen Dollars in einheimische Holzarbeiten investieren. Da auf dem Holzmarkt nicht viel los ist, werden wir jeweils von mindestens 4 Seiten gleichzeitig belagert- und belabert. Ich kaufe Buchstützen für meine Mama, eine schöne kleine Statue der Big 5 (Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard)für meinen Papa und viele, viele kleinere Sachen für Familie und Freunde.

Auch sehr beliebt hier sind Tauschgeschäfte mit T-Shirts und Hosen. So werde ich auf dem Markt noch fast sämtliche mit nach Afrika gebrachten T-Shirts los.
Während wir uns auf dem Holzmarkt umschauen, werden gegenüber an der Tankstelle sämtliche Autos noch mal gründlich rein gewaschen. Krass, die Dinger waren echt mal weiss? Kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern…
Nachdem die Autos gewaschen und wir mit Souveniers ausgestattet sind, schliessen wir unseren großen Kreis und bringen die Autos zurück zum Verleiher.
Sunny klagt auf dem Weg über garstige Zahnschmerzen und bekommt sofort, als letzte Aufgabe von unserem MedicTeam Schmerzmittel verabreicht. Das MedicTeam, das TechTeam, das NaviTeam, das VersorgerTeam, das OrgaTeam, das Erotikteam und natürlich das Schnitzelteam, haben die Reise ohne Verluste, oder größeren Schaden heil überstanden, und ihre Aufgaben zum Wohle aller bestens erledigt. Große Streits oder Krach gab es keinen, alle kamen wirklich gut miteinander aus, was auch gut ist, da man sich hier im Outback Afrikas einfach aufeinander verlassen können muss.

 
Über 8300km haben uns die Toyota Hilux Jeeps zuverlässig und ohne größere Pannen quer durch Namibia, Simbabwe, Botswana und Südafrika gebracht. Wir haben alle großen Tiere des Kontinents gesehen, Eingeborenenstämme besucht, riesige Wasserfälle und kleine verzauberte Badebuchten gefunden, haben jede Nacht mit unseren Dachzelten unter dem freien Himmel übernachtet, derbe Gewitter gesehen und überlebt, die schönsten Sonnenauf- und Untergänge bewundert, tolle Menschen kennengelernt, sind vorzüglichst bekocht worden, haben vorzüglichst selbst gekocht, haben gespielt, gesungen, gelacht, geweint und unendlich viele neue Erfahrungen gesammelt.
Viel reden wir nicht miteinander, als wir mit unserem Übergepäck wieder am Flughafen stehen. Wir sitzen in der Sonne und geniessen ein letztes Mal die Wärme.
Wie erwartet ist das Übergepäck hier, ganz imm Gegenteil zum ordentlichen Deutschland (siehe Tag 1), überhaupt kein Problem. Als wir in der Wartehalle sitzen, und im Sonnenuntergang dabei zusehen wie unser Flugzeug beladen und betankt wird, kommt mir eine Idee. Ich suche jemanden vom Flughafenpersonal und belabere die liebe Frau so lange, bis sie mich, natürlich unter Aufsicht, durch die Glastür hinaus aufs Rollfeld treten lässt.
Das Flugzeug, das uns wieder nach Hause bringt, in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne Afrikas. Du schönes, schönes Land, ich komme bestimmt wieder.



 

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