Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 32

Nein, wir waren diese Nacht nicht allein. Neben deutlichen Spuren von Flusspferden und einer, die aussieht wie eine Krokodilspur, finden wir auch.. tadaa, die Spur unseres Leoparden. Als Frühstück dienen uns die wieder erwärmten Nudeln vom Vorabend, bevor wir unser Flusscamp am Kwando aufgeben und uns auf die circa 250km lange Reise zur nächsten Flusscampsite an den Okawango River machen.
Einige der Afrika-Wiederholungstäter waren schon vier mal in der heutigen angepeilten Lodge und erzählen uns vom besten Swimming-Pool überhaupt. Wir sind gespannt. Die Zeit auf der Fahrt zum Ziel geht schnell rum. Oft können wir auf der “Autobahn”, auf der offiziell 120km/h erlaubt sind, nur circa 60-80 fahren, aufgrund von die Straße kreuzenden Elefanten, oder Eseln/Rindern, die so am Fahrbahnrand stehen, dass man immer darauf gefasst sein muss, schnell bremsen zu können.

 

Gegen Nachmittag kommen wir an der Lodge an und werden von den Besitzern sehr herzlich begrüßt. Wir bekommen die besten Campsite-Plätze, in direkter Flusslage am Okawango zugewiesen und bauen fix die Zelte auf. Danach trifft sich alles, na klar, am besten Pool der Reise. Wir springen in den zwei Meter tiefen Pool und plantschen ein bisschen herum, bevor wir uns auf den einladenden Steinbänken im Pool niederlassen und uns erst einmal einen kühlen Beer-Shanty einverleiben. Herrlich im Urlaub.

Gisi und Uli sind irgendwann die einzigen, die noch im Wasser sind. Und stellvertretend für den bösen, weil unglaublich oft beim Poker gewinnenden Horis, muss nun Uli, sein geschätzter Beifahrer, die Wange hinhalten.Uli prahlt noch ein bisschen, dass er mit Gisi schon fertig werden würde und provoziert ihn mit einem Schub Wasser ins Gesicht. Gisi greift an und es entbrennt ein wilder Tunk-Rangel-Schubs-Kampf zwischen den beiden. Die zwei erinnern mich irgendwie an die kämpfenden Hippos am Chobe. Während die zwei noch kämpfen (oder vielleicht auch weil?) verdunkelt sich nach und nach der Himmel und ein fettes Gewitter ist im Anmarsch.
Die Partie wird verschoben. Beide haben genug gerangelt, getunkt und Wasser geschluckt und Gewitter im Pool ist irgendwie nicht so prickelnd.

Neben der selbstverständlichen Nachmittags-Pokerrunde, starten Margot, Caro, Sunny und ich eine neue Runde Carcassonne. Gerade als wir anfangen, hat uns eines der beiden Gewitter erreicht und wir sitzen, in leichte Decken gehüllt, in der offenen Lounge der Lodge, hören dem heftigen zu und kümmern uns um unsere Schafe, Klöster und Städte. Das Spiel dauert wie immer Ewigkeiten und wir sind mit unserer ersten Partie noch nicht durch, als uns schon die Trommeln zum Abendessen rufen. Laut dem jetzigen Stand der Dinge hat, mal wieder, Margot gewonnen.

Das Essen reicht zwar nicht ganz an Camp Kwando (siehe Tag 30) heran, ist aber sehr lecker. Schon die Aufmachung des Tisches, auf dem unsere Servietten in Weingläsern als Pfau gefaltet wurden, weiss zu begeistern. Die Pokerrunde startet nach dem Essen weitere Partien, die Carcassonne Runde verliert leider die Mitspieler, an eben jene Pokerrunde. Heute Nacht hat unser lieber Alea Geburtstag und es wird für die kleine Party schon gut vorgeglüht. Eine Rechnung mit 78(!!) Amarulas am nächsten Tag, spricht Bände.

Ich habe die letzte Nacht gar nicht gut geschlafen, und beschliesse früh ins Bett zu gehen. Ich bin sogar irgendwann so derbe müde, dass ich mich sogar noch vor zwölf Uhr ins Dachzelt haue. Ich liege kaum im Zelt, da setzt der Regen wieder ein und lässt mich, zusammen mit dem ruhigen Fliessen des Okawango, den hunderten Fröschen und den immer mal wieder in der ferne schnaubenden Flusspferden, in die Traumwelt gleiten.

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