Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 21


Der nächste Tag beginnt mit ausschlafen. Herrlich, endlich mal wieder zu einer zwei-ziffrigen Uhrzeit aufstehen. Dann langsam frühstücken, nur um sich direkt darauf wieder hin zu legen. Herrlich so ein Tag zur freien Verfügung. Den ganzen Tag verbringe ich mit Gitarre und Schreibzeug am Pool und kreativiere rum.

Auf dem Rückweg vom Pool zum Auto laufen Sunny und ich geradewegs durch eine afrikanische Hochzeit. Es wird laut gesungen und getanzt und das Brautpaar steht in der Mitte und singt und tanzt mit. Alles ist in feinem Zwirn. Eine super schöne Atmosphäre.

Wir schauen uns das ganze eine Zeit lang an, dann verstauen wir unsere Schwimmsachen im Auto und begeben uns zu unserer Wohlverdienten Massage. 30 Minuten den Rücken durchkneten lassen, der vom vielen Sitzen im Auto und den zwar bequemen, aber auch reichlich Rücken-unschonenden Matratzen der Dachzelte, geknechtet ist. Mein Rücken dankt es mir.

Danach gehen Sunny und ich den zweiten Pool in Augenschein nehmen, die Pokerrunde pokert. Dieses mal aber geht es nicht nur um den symbolischen Betrag des Geldes und die Ehre und den Rum… äh den Ruhm, sondern vor allem auch darum, welche drei Personen morgen für alle anderen die Fahrer sein werden. Morgen geht es nämlich ins nahe gelegene Sun City, dem Las Vegas von Afrika. Eine riesige künstliche Stadt, mit Wasserparks, Casinos, Golfanlagen und pikfeinen Hotels. Dieser kleine Bezirk wirft jährlich rund 500 Millionen südafrikanische Rand für den Staat ab, hat aber nebenbei auch den Wasser- und Stromverbrauch einer mittleren Großstadt. Der zweitgrößte Casinokomplex der Welt. Noch ein Grund warum heute gepokert wird. Unser Goldkind Caro muss auf ihren großen Auftritt vorbereitet werden, auf dass sie uns morgen allen den Urlaub finanzieren möge.

Sunny und ich lassen den Mathematiker Uli für uns pokern, in ihm sehen wir unsere besten Chancen. Leider verliert Uli in der dritten Runde, der letzten Runde, die einen Fahrer auslost und so sind Sunny und ich schon mal 2 der Fahrer für Sun City… Naja, wir sollten morgen nicht spielen, das Glück scheint uns nicht so hold zu sein.

Wir steigen zu ein Paar anderen Gästen in den 26 sitzigen Jeep und lassen uns von Given, unserem Guide durch den Park kutschieren. 

Das MPS-Glück ist uns auch auf dieser Tour wieder Hold. Nach circa 15 Minuten im Park ruft Margot aus, sie habe einen Leoparden gesehen. Sofort setzt Given den Wagen zurück und fährt in die angegebene Richtung. Tatsächlich, direkt neben der Straße im nahen Gebüsch pirscht eines dieser wunderschönen, eleganten Tiere. Er schreckt nicht mal auf, als wir direkt neben ihm anhalten. Tom hat mit der Sichtung dieses Tieres nun endlich alle Großtiere der afrikanischen Steppe gesehen. Ganz gemütlich verschwindet der Leopard immer weiter den Hang hinauf ins Gebüsch, bis er nicht mehr zu sehen ist. Der Guide nennt uns “The lucky Ones” und erzählt, dass er seit bestehen des Parks, also seit über 8 Jahren schon im Park arbeitet und noch nie bei einer der Safari-Touren einen Leoparden gesichtet hat. Wie sacht man noch so schön? Dat Glück is mit die Dummen, nech? Man, müssen wir dämlich sein.

Eine halbe Stunde später stehen neben unserem Jeep 6 Strauße, die brav schau-laufen. Die Tiere kommen auf den Jeep zu, drehen ab, senken alle gleichzeitig ihre Köpfe, laufen einmal zum Heck und dann wieder zur Front des Fahrzeugs, verbeugen sich und laufen weg. Eine sehr skurrille Straßenschau, hatte ein bisschen was von diesen Floßfahrten in Disneyland. Wiederum eine halbe Stunde später fahren wir mitten in eine große Elefantenherde mit vielen Jungtieren. Die Elefanten sind die Autos gewohnt und lassen sich nicht mal aus der Ruhe bringen, als unser Guide nur wenige Meter neben einem der grauen Riesen hält. Zwei der kleinsten Dickhäuter sind die ganze Zeit über am rangeln. Spielen Fangen, kabbeln sich mit ihren Rüsseln und versuchen sich gegenseitig umzuschubsen. Sehr niedlich.

 

 


Irgendwie kommt uns der ganze Trip durch den Park sehr Disney-lastig vor. Wir fahren zu 75% über gepflasterte(!!) Straßen durch den großen Park und uns kommen Autos wie Golf, oder Volvo entgegen. Die Tiere sind so dermaßen zutraulich, dass man in keinem Zoo Menschen-gewohntere Tiere treffen würde. Irgendwie waren die Elefanten in der freien Wildbahn aufregender…

Wie auch immer, die Safari macht Spaß und wir haben immerhin einen “wilden” Leoparden gesehen. Doch leider auch hier: Keine Löwen.

Nach dem sehr guten Abendessen in der Lodge verschwinden dann alle nach und nach in den Zelten, morgen ist schließlich ein großer Tag. Es muss immerhin der Urlaub für alle finanziert werden.

 

Zurück