Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 20

Das Frühstück dauert ähnlich lange, wie das Abendessen gestern. Ewig. Afrikanische Gemütlichkeit eben. Gestern Abend wurden Highlander und Margot vergessen, heute morgen traf es Roberto. Naja, irgendwann sind dann alle satt und es geht los. Wir wollten eigentlich viel früher aufbrechen, denn heute geht es mal wieder über eine Grenze. Es geht nach Südafrika. Hoffentlich haben die Angestellten an der Grenze nicht wieder Siesta während unserer Überquerung.

Doch zuvor geht es erst einmal zum Einkaufen in die Stadt. Team 1 kauft sich erst einmal ein afrikanisches Radarsystem:

 

Bruder Rectus, ausschließlich mit seinem Schottenröckchen bekleidet, hochgesteckten Haaren, Jesuslatschen und seinem, diesem auch sehr ähnlich sehenden Bart, erweckt einiges an Aufmerksamkeit und sämtliche Boys der Straße wollen sich unbedingt mit ihm fotografieren lassen. Während wir zu viert unsere Bestände im Supermarkt wieder aufstocken, gibt Horis ein Fotoshooting nach dem Anderen. Wieder auf der Straße ist unser Lieblingsmönch um einige Telefonnummern reicher, hat er sich doch für jedes Foto die Nummer der Freundin des Fotografierten aufschreiben lassen. Oh Bruder Rectus, kümmere dich um diese verlorenen Schafe.

Der Grenzgang verläuft weitestgehend problemlos. Die Beamten sind sehr gründlich und lassen sich sämtliche Kofferräume, Inhalte unserer Koffer, der Kühlboxen und Handschuhfächer zeigen. Überhaupt kommt es uns so vor, als wäre dies die erste richtige Kontrolle, die wir in Afrika erleben. Alles ist sehr deutsch-penibel.
Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass der Schein uns nicht getrogen hat. Tatsächlich ist hier alles sehr viel europäischer, sauberer und reicher, als in Botswana und Namibia. Man sieht keine einzige Stroh- oder Lehmhütte mehr. Alle Häuser und Mauern bestehen aus Stein. Teils mit unglaublich großen und schönen Villen zwischendrin. Die Menschen sind allesamt gut gekleidet, es gibt viel mehr Kinder und Jugendliche, kurzum, das Land wirkt sehr viel weiter entwickelt.

Auch unsere Camp Site, die wir am frühen Nachmittag erreichen, ist komplett anders, als alles bisher gesehene. Schon am Tor muss sich jeder einzelne in eine Liste eintragen, es wird auf die Richtlinien der Camp Site hingewiesen und dann für jeden einzeln die Schranke geöffnet.
Die Camp Site an sich sieht mit ihren kleinen Sträßchen und der unglaublichen Größe aus, wie eine amerikanische Kleinstadt aus Zelten, Wohnwagen und Autos mit Dachzelten. Wir wünschen uns eine Camp Site wie unser Wildlager inmitten der großen Steine vom zweiten Tour Tag zurück. Das hier ist uns alles irgendwie zu voll, zu laut und zu aufgeräumt. Ordnung, Igitt, die können wir auch in Deutschland haben…

Wir richten unser Lager her, gehen uns eine Runde im großen (recht vollen) Pool abkühlen, die Pokerrunde pokert eine Partie und währenddessen zaubert Smutje Tom uns ein leckeres Abendessen. Heute gibt’s Kartoffeln mit Sour Cream, Senfsauce, Feta-Käse und Ei. Einfach aber lecker.
Danach ereilt uns das bekannte Fresskoma. Ich bleibe noch eine knappe Stunde sitzen und gönne mir einen kalten Gin-Tonic und ein Bier, bevor mein Bett so laut ruft, dass ich das Geschrei nicht mehr ignorieren kann und dem Ruf folge. Gute Nacht Welt.

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