Reiseblog

2012 Südafrika

Tag 10


Der nächste Morgen beginnt mit einem opulenten Frühstück auf der Terrasse der Lodge, mit einem unglaublichen Blick auf Opuwo. Der gehörlose Koch zaubert einem frisches Spiegelei, Rührei, oder Omelettes. Die Zutaten, wie Paprika, Zwiebeln, Tomaten, Pilze und weiteres kann man sich selber zusammenstellen. Lecker! Wir packen unsere Dachzelte ein, und während Uli Bilder für den MPS-Blog hochlädt, zähle ich als Beverage-Manager unsere Bestände und mache eine Liste mit Getränken die nachgekauft werden müssen. Es geht wieder hinunter in die bunte Stadt, und dieses Mal bekommen wir auch etwas mehr mit, als nur die Hauptstraße und das Krankenhaus. Wir müssen einkaufen und volltanken. Der Einkauf verläuft reibungslos, wir bekommen sogar CD-Rohlinge und ich endlich meinen lang ersehnten Afrika-Hut.

Das Volltanken ist dagegen eine Spur abenteuerlicher. Kaum stehen wir mit unseren Fahrzeugen an der Tankstelle, werden wir sofort von Himbas belagert, die uns allerhand Schmuck anbieten. Sunny versinkt im Kaufrausch und ist die folgenden 10min nicht von den Himba-Ladies zu trennen. Währenddessen verschenke ich an die herum stehenden Himba-Kinder Kekse, Stifte für die Schule (fast jede Kind hier fragt einen, nach einem Stift) und Das Niveau Aufkleber. Die Aufkleber sind der absolute Renner, und die Kiddies fangen sofort an, sich gegenseitig mit unserem grünen Monster die Hemden zu verschönern. Gisbert Hiller sieht unseren neuesten Fanclub, den ersten Afrikas und orakelt uns eine große Zukunft in diesem Land. Ob der wenigen Abwechslung für die Menschen hier, wären die Konzerte hier bestimmt grandios besucht und die Stimmung Bombe.

Alle haben vollgetankt und sowohl im Supermarkt als auch im wandelnden Himba-Supermarkt eingekauft. Es geht auf die Piste Richtung Epupa.

Heute geht die Reise ausschließlich über „langweilige“ B- und C-Straßen, hin zu den Epupa-Falls. Den größten Wasserfällen in der Umgebung. Als wir gegen Nachmittag den Aussichtspunkt erreichen, raubt der Anblick uns allen den Atem. Tausende Tonnen Wasser stürzen gegenüber unseres Aussichtspunktes steil in die Tiefe. Auf der anderen Seite des reißenden Flusses (mit vielen gefährlichen Krokodilen), kann man Angola sehen. Wir beschliessen an diesem magischen Ort unsere Teamfotos für die MPS-SWA-Homepage zu schiessen (alle Teamfotos am Ende dieses Blogs).

Uli, unser Navigator wird beim Fotoshooting, allerdings etwas übermütig, vielleicht ob der zu viel genossenen Biere (siehe Spectaculum-Blog), oder auch aufgrund des mitreißendes Ausblickes und beschliesst kurzerhand unseren guten Bruder Rectus auf seinem gerade aus Steinen errichteten Opferaltar, oberhalb der Epupa-Fälle, dem Regengott zu opfern, auf dass uns das Wetter so hold bleiben möge wie bisher (siehe Teamfoto 5 weiter unten). General Gisi, sowie Major Tom und Admiral Uwe können Opferpriester-Uli gerade noch davon abhalten, sein Messer in des Mönches gut gefüllten Ranzen sausen zu lassen. Nach gutem Zureden und Beruhigungstabletten von unserem MedicTeam ist Uli wieder unter uns und gelobt, dass so etwas nie wieder vorkomme. Er schwört dem Bier ab und verspricht, ab nun nur noch Whisky-Cola zu trinken. Um sein Versprechen noch zu unterstreichen, fängt er auch an Ort und stelle gleich mit der Umsetzung an und gönnt sich im Schatten gegenüber des reißenden Panoramas seinen ersten Genesungstrunk.

Alea wird derweil von General Gisi zum Supporter degradiert und bekommt sofort auch seine erste Aufgabe: Er hat dem gesamten SWA-Team Whiskey, Cola, Tonic Water und Bier von den weit den Hügel hinauf geparkten Fahrzeugen zu holen. Was den Dschänerell dazu bewog seinen armen Chauffeur so zu triezen, werden wir wohl nie erfahren.

Am Abend fahren wir ins Tal, zu unserer reservierten Campsite. Es stellt sich heraus, dass das Touristbüro unseren Anruf nicht weitergeleitet hat und es somit weder Frühstück, noch Abendessen für uns gibt. 14 Leute mitten in der Regenzeit sind eine absolute Sensation, und gehören hier schon in der Hauptsaison nicht zum Standard. Nach dem Abendessen trifft sich die Pokerrunde (der ich übrigens nicht angehöre, ich habe noch nicht einmal in meinem Leben Poker gespielt und es auch nicht vor) zu einer weiteren Partie. Dieses Mal entscheidet Pokerneuling Caro das Spiel für sich.

Nach der Pokerrunde trommelt Major Tom noch mal die gesamte Truppe zusammen, er hätte etwas Wichtiges zu verkünden. General Gisi fängt schon an zu motzen, bevor der Major überhaupt das Wort ergreift, er scheint wohl etwas zu ahnen.

Als wir endlich alle beisammen sitzen verkündet der langjährige Major offiziell seinen Rücktritt aus dem Dienst. Nach dem schweren Fahrvergehen und den in Afrika zugezogenen Erfrierungen am Tage vorher, findet der Major sich seines Amtes nicht mehr würdig und teilt mit, dass er von nun an das Steuer meiden und sich nur noch von seiner bezaubernden Beifahrerin Maria kutschieren lassen wird. Er lässt den Neulingen die Chance in der Afrika-Hirarchie aufzusteigen und greift nur noch dann aktiv ins Geschehen ein, wenn die Situation gefährlich für die Reisenden werden könnte.


Im Schein der Gaslampen sitzen wir in geselliger Runde noch einige Stunden zusammen und verköstigen die und anderen alkoholhaltigen Getränke auf den Abstieg des Majors und unsere neue Chancen in der Army of SWA, bis jeder von uns irgendwann in seinem komfortablen Dachzelt verschwindet. Das Tosen und Rauschen der nur circa 100m entfernten Epupafälle, wiegt einen nach dem anderen langsam in den Schlaf.

 

 

 

Team 1 – Gisi & Alea

Team 2 – Tom und Maria

Team 3 – Sören & Sunny

Team 4 – Roberto & Bea

Team 5 – Horis & Uli

Team 6 – Highli & Caro

Team 7 – Uwe & Margot

 

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