Reiseblog

2010 Jakobsweg

Tag 32 bis 39

Der Mann auf diesem Bild sagt: It's done!

Nein, nein, der Mann auf dem Bild ist nicht der Duke... aber der Duke lebt! Und der Barde auch. Wie, ihr wisst nicht, dass der Duke tatsaechlich noch lebt...? Ihr wisst nicht mal wer der Duke ist...? Oha...

Naja, is auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass der Barde auch die 100km nach Finisterre wohlbehalten ueberstanden hat und nach 2 wundervollen Tagen in Finisterre nun back in Santiago ist. Sofort am ersten Abend auf dem Weg nach Finisterre, traf ich Philipp wieder, dem ich schon vorher ueber den Weg gelaufen bin.

Wir beschlossen zusammen zu kochen fuer den Abend und kauften fuer ein (verdammt leckeres) Essen ein; Geschnetzeltes in Sahnesauce... man muss sich ja auch mal was goennen bei den ganzen Strapazen des Weges. Ich staunte nicht schlecht, als ich auf dem Einkaufszettel sah, was uns die Sahne fuer unser Gourmetgericht gekostet hat... 2,17€ ... ... ... fuer ne Packung Sahne! Sacht ma..... naja. Gourmet Sahne schmeckt bestimmt Gourmet gut dachten wir uns und zauberten unser Mal. Lecker!

Nach einem ebenso grandiosen Fruehstueck ging es dann weiter in Richtung Finisterre.

Die Landschaft auf dem Weg nach Finisterre ist atemberaubend schoen. Der schoenste Teil des gesamten Caminos wie ich finde.

Die letzten 8 Kilometer (die kurz nach dem Abstieg auf dem rechten Bild) begannen, bin ich dann bis zur Herberge, barfuss gelaufen. Es war einfach herrlich! 6 Kilometer am Strand entlang... warum besteht nicht der ganze Camino aus Kueste...? Auf dem Bild kann man wenn man genau hinschaut uebrigens auch schon den Leuchtturm am Kap Finisterre erkennen.

In Finisterre begegnete ich dann erneut einigen Leuten, die man schon auf dem Weg des Oefteren traf und man beschloss einfach noch einen Tag laenger zu bleiben, ein bisschen die Beine auszustrecken und sich an den Strand zu legen. Wir schliefen die Nacht in einem Hostel namens "Casa del Sol", einer Art Hippiekommune und setzten unseren Strandplan bei wunderschoenem Wetter am naechsten Tag sofort in die Tat um. Den Abend zuvor jedoch liessen wir uns den (graaaaandiosen) Sonnenuntergang am Kap allerdings nicht entgehen und feierten alle zusammen den Abschluss eines wunderschoenen, teilweise verwirrenden, mit einer unglaublichen Energie geladenen Weges, dem Camino de Santiago, oder auch Camino Francès. Ein Weg, der sich unglaublich schwierig in Worte, oder einzelne Bilder, oder Videos fassen laesst und zu dem ich jedem raten moechte, der irgendeinen Sinn fuer solch ein Abenteuer hat.

Eigentlich wollte ich ja von Finisterre aus, wie im letzten Blog angedeutet, noch weiter nach Muxia laufen um dann von dort aus den Weg zurueck nach Finisterre anzutreten, jedoch ueberkam mich beim Eintritt in Finisterre so dermassen das Gefuehl etwas abgeschlossen zu haben, dass ich gar nicht mehr das Beduerfnis verspuerte, von hier aus noch weiter zu ziehen.
Auch abgeschlossen habe ich uebrigens ein weiteres Lied fuer mein kommendes Soloalbum.

Und hier nun ganz offiziell, der allererste Vorgeschmack auf dieses:

Der Tag am Meer kam nach den ganzen Strapazen des Weges gerade recht. Einfach nur der warmen Herbstsonne Spaniens liegen, vor sich hindoesen, nichts tun und den Weg einfach revue passieren lassen... Wenn da nicht dieser ultimative Drang waere... der Drang etwas zu tun... der Drang.... sich in die kalten Fluten des atlantischen Ozeanes zu stuerzen...
Warum also Handtuchhocken, oder Sandbuddeln? Rein ins Meer:

So, nachdem auch das erledigt (und ich am naechsten Tag ganz schoen erkaeltet) war, ging es am folgenden Tag zurueck in die City, zurueck nach Santiago.

Man verabschiedete sich, denn hier trennen sich bekanntlich viele Wege und ging seines Weges... die einen nach Hause, die anderen (sowie ich) zurueck in eine Herberge, denn mein Flug geht schliesslich erst am Donnerstag.

Nachdem ich vorgestern noch 2 Menschen aus meiner urspruenglichen Gruppe traf (ihr erinnert euch an das Wiedersehen letzte Woche mit Peter...), gestern Agi, eine Ungarin (die ich das letzte mal in Santo Domingo gesehen hatte vor ueber 3 Wochen), sass ich heute morgen in einem Kaffe am Plaza Mayor, schluerfte meinen Cafe con Leche, genoss meine Churros con Chocolate und dachte, waehrend ich in mein Tagebuch schrieb, so darueber nach, wen ich denn jetzt alles noch NICHT wiedergetroffen hatte... Ich ueberlegte wirklich lange und kam zu dem Schluss, einzig und allein Inga, eine sehr nette Deutsche, die ich am Anfang sehr oft in den Herbergen traf und mit der ich an dem einen besagten Tag cheatete und den Bus nahm, leider, leider, nicht mehr wiedergesehen zu haben...

Ich schrieb noch ein Paar Saetze mehr, trank meinen Kaffe aus, ass meinen letzten Churro mit Schokolade und schloss mein Camino-Tagebuch.

So....

und jetzt duerft ihr drei mal raten, wer just an diesem Augenblick draussen auf der Strasse an mir vorueberzog.... Richtig. Inga.

Nach einem sehr herzlichen Wiedersehen verabschiedete man sich auch so gleich wieder, denn Inga wollte noch heute weiter nach Finisterre... Tja, man sieht sich immer zwei mal auf dem Camino (mindestens)

That's the Camino.

Somit geht nun nach 6 (erst sehr langen und gegen Ende immer kuerzer werdenden) Wochen eine wunderschoene Reise fuer mich zuende. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, habe sehr viele, sehr nette Menschen kennengelernt und viele Eindruecke fuer mein kommendes Soloalbum mitnehmen.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Blog ein wenig daran teilhaben lassen. Dies wird garantiert nicht meine letzte Reise dieser Art gewesen sein... Ausserdem muss ich ja noch viele weitere Eindruecke, fuer viel weitere Musik sammeln :-)

Vielleicht sieht man sich ja mal eines Tages auf einem anderen Camino... nach wohin auch immer...

beste Gruesse
Euer Barde Ranarion

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